Seminar zur Prävention sexueller Belästigung (Universität Helsinki)

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Thematik und Zielstellung
Die Aktion wurde entwickelt, um das Auftreten von sexueller Belästigung im akademischen Umfeld zu reduzieren, aber gleichzeitig beispielsweise eine stärkere soziale Trennung der Geschlechter zu vermeiden, um Verhaltensweisen zu vermeiden, die als sexuelle Belästigung interpretiert werden können.

Beschreibung des Angebots/der Aktion
Wir haben 1,5 bis 2-stündige Seminare in verschiedenen Kontexten (z.B. verschiedene Abteilungen, Kompetenzzentren) organisiert, um zu diskutieren, was von der Gemeinschaft und den einzelnen Menschen in ihr als sexuelle Belästigung angesehen wird.

Vorgehensweise bei der Implementierung
Das Seminar begann mit einer Ergebnispräsentation zu einer Umfrage über sexuelle Belästigung in der Wissenschaft, anschließend wurden mittels einer gemeinsamen Internetplattform in Gruppen Lösungsvorschläge gesammelt. Die Gruppen diskutierten, unter welchen Bedingungen beispielsweise der Kommentar „Du siehst gut aus“ als sexuelle Belästigung angesehen werden kann und unter welchen Bedingungen nicht.

Formale Anforderungen

5 Stunden Vorbereitungszeit (vorausgesetzt, dass einige relevante Daten über sexuelle Belästigung vorliegen, eine Datengrundlage eignet sich gut um die Diskussion anzuregen) und die Organisation eines ca. zweistündigen Seminars.

Ergebnisse und Wirkungsweisen
Die Seminare haben einen Austausch über die Grenzen der sexuellen Belästigung in der Gemeinschaft gefördert und ein Verständnis dafür erzeugt, dass es wichtig ist, eine Kultur zu schaffen, in der es Menschen niedrigschwellig möglich ist zu äußern, wenn sie sich mit Verhaltensweisen anderer unwohl fühlen. Und dass diese Äußerungen respektiert werden müssen, da die Grenzen des belästigenden Verhaltens von Person zu Person variieren und es nicht so einfach möglich ist, glasklare, sichere, aber vernünftige Linien zu ziehen.

Erfolgskriterien und mögliche Hindernisse
Beim Seminar sollten auch (ältere) Männer und nicht nur Frauen einbezogen werden, um den Eindruck zu vermeiden, dass die Prävention sexueller Belästigung ein „Frauen gegen Männer“-Thema und kein allgemeines Problem des Wohlbefindens am Arbeitsplatz ist. Auch die Abteilungsleitungen sollte aktiv ihre Unterstützung für die Sache zeigen, und oft sind diese männlich besetzt. Die Veranstaltung sollte im Rahmen eines jährlichen Erholungstages, eines Centers of Excellence-Seminars oder eines anderen entspannten Kontexts organisiert werden, um eine möglichst breite Beteiligung zu gewährleisten.

Dieses Angebot gehört zur Kategorie
Genderbewusste Organisationskultur