Genderbewusste Forschungsinhalte

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Warum genderbewusste Forschungsinhalte?

Unsere Toolbox umfasst unter anderem die Kategorie »Genderbewusstes Forschen«, in der Maßnahmen aufgeführt werden sollen, bei denen es um die Berücksichtigung möglicher Genderunterschiede im Forschungsdesign und in der Ausführung von Forschung geht. Zum heutigen Stand (im Dezember 2017) ist in dieser Kategorie lediglich ein einzelnes Praxisbeispiel aufgeführt, während es in der Kategorie »Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben« bereits über 20 Praxisbeispiele sind.

Woran kann das liegen? Vermutlich spielen verschiedene Gründe dabei eine wichtige Rolle. Zum einen sind Themen wie Vereinbarkeit, aber auch Karriereförderung oder Nachwuchsgewinnung verständlicher und greifbarer. Man kann sich sofort konkrete Maßnahmen vorstellen. Solche Maßnahmen haben auch schon in großem Maße Einzug in Forschungsorganisationen und Unternehmen gehalten und sind ein wichtiges Mittel für Personalabteilungen zum Gewinnen, Halten und Entwickeln von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dadurch sind Maßnahmen aus diesen Bereichen allgemein gut bekannt und vertraut.

Das Thema »Genderbewusstes Forschen« dagegen ist erklärungsbedürftig. Es ist nicht fest definiert, was damit gemeint ist, und es werden zu diesem Themenfeld unterschiedliche Begrifflichkeiten verwendet, die sich teils inhaltlich überschneiden, wie »Gender Mainstreaming in der Forschung«, »Gender-Aspekte in der Forschung«, »Gendered Innovations«, »Gender in Research Content«. Dazu kommt, dass die Berücksichtigung von Gender in der Forschung noch nicht sehr weit verbreitet ist. Es fehlen offenbar konkrete Maßnahmen, die standardmäßig durchgeführt werden könnten.

Was gibt es bereits?

Nichtsdestotrotz gibt es bereits Checklisten, die Forschende bei der Identifizierung von Gender-Aspekten helfen können, und aufbereitete Fallbeispiele aus unterschiedlichen Forschungsrichtungen, die zeigen, wie Gender-Aspekte im Forschungsverlauf berücksichtigt wurden. Das JERRI-Team hat solche Checklisten und Fallbeispiele recherchiert und zusammengetragen. Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Reihenfolge der Auflistung ist rein zufällig.

Die Auflistung verfolgt drei Ziele:

  • Sie soll als Informationsbasis für Interessierte dienen.
  • Sie soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Forschungsorganisationen dazu motivieren, einerseits selbst ihr Bewusstsein für Gender in der Forschung zu schärfen und entsprechend Gender-Aspekte in ihre Forschungsarbeiten einfließen zu lassen.
  • Sie soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Forschungsorganisationen dazu anregen, eigene Maßnahmen zum genderbewussten Forschen (sei es in Form von Checklisten, Fallbeispielen oder ganz andere) in der Gender Diversity Toolbox zur Verfügung zu stellen.

Hier finden Sie verschiedene Projekte und Initiativen, die sich in unterschiedlicher Weise mit genderbewussten Forschungsinhalten auseinandersetzen: