Mobiles-mit-Kind-Büro (MoMiKi) (Fraunhofer IAO)

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Beschreibung der Thematik und Zielstellung
Manchmal treten bei Eltern Betreuungsengpässe auf (Streik, Krankheit der Tagesmutter u.ä.), die sie überbrücken wollen, dies jedoch nicht durch Gleitfrei oder Home-Office möglich ist, da wichtige Termine wahrzunehmen sind oder Arbeit dringend zu erledigen ist. Für diesen Fall lässt sich mit dem MoMiKi flexibel ein Arbeitsplatz einrichten, an dem Kinderbetreuung kurzfristig möglich ist. Das Angebot eignet sich auch zur Unterstützung bei der Rückkehr von Eltern aus der Elternzeit an den Arbeitsplatz.

Beschreibung des Angebots/der Aktion
Das MoMiKi ist ein Rollcontainer mit Wickelfläche, gefüllt mit Materialien, die zur Versorgung und Beschäftigung von kleinen und größeren Kindern geeignet sind (z.B. Stifte, Spielzeug, Windeln, Feuchttücher, Steckdosenabdeckungen). Dieser kann vorübergehend an den Arbeitsplatz oder in ein Besprechungszimmer mitgenommen werden, um dort ausnahmsweise ein Kind zu betreuen. Erfahrungswerte zeigen, dass auch manchmal einzelne Spielsachen ausgeliehen werden. Am Fraunhofer IAO wurden drei Container auf zwei Gebäude verteilt aufgestellt.

© Fraunhofer IAO

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Vorgehensweise bei der Implementierung
Die Rollcontainer sind in festgelegten Räumen stationiert. Wer einen Rollcontainer ausleiht, trägt sich mit Telefonnummer in einer Liste ein, damit nachvollziehbar ist, bei wem sich der Rollcontainer aktuell befindet, und unterschreibt, dass die Benutzungsordnung anerkannt wird.
Das Projekt wurde über das Programm zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Fraunhofer Zentrale realisiert.

Formale Anforderungen
Kosten von rund 800 € für die Anschaffung eines MoMiKi und großzügig geschätzte 100 € für Verbrauchsmaterialien pro Jahr (ein paar Windeln, etwas Schwund bei Spielzeug).

Ergebnisse und Wirkungsweisen
Das Angebot ist seit Dezember 2013 im Einsatz und wurde den Beschäftigten in einer über die Mittagszeit andauernden Vorstellungsaktion im Foyer der Gebäude bekannt gemacht. Es wird nur alle paar Wochen ein neuer Eintrag in der Liste verzeichnet, jedoch wird rückgemeldet, dass schon alleine das symbolische Zeichen den Beschäftigten mit (z.T. auch schon älteren) Kindern viel Wert sei. Über die Jahre hat sich am Institut mit ca. 300 Beschäftigten eine Nutzung von ungefähr 20 Tagen pro Jahr eingependelt.

Dieses Angebot gehört zur Kategorie
Genderbewusste Organisationskultur
Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben

Erfolgskriterien und mögliche Hindernisse
Es ist dafür zu sorgen dass ein solches Angebot der Belegschaft bekannt ist. Es könnten Hemmungen bestehen, Kinder mit an den Arbeitsplatz zu bringen, beispielsweise aus Angst andere zu stören, oder aus Angst, dann selbst nicht in einer professionellen Rolle wahrgenommen zu werden. Eine wohlwollende Haltung (evtl. auch Vorbildfunktion) von Institutsleitung und Führungskräften ist an dieser Stelle wichtig.

Kommentare zu diesem Angebot
Das MoMiKi ist ein guter Kompromiss zwischen der wohl noch einfacher zu installierenden, aber weniger sichtbaren Lösung »Spielekiste« und der »großen«, aber weniger flexiblen Lösung eines richtigen »Mit-Kind-Büro«.

© Fraunhofer IAO